Work Life Balance, Arbeit, Privatleben, Gesundheit

Laut einer Gallup Studie aus dem Jahre 2012 arbeiten lediglich 14% der Arbeitnehmer engagiert. Jeder vierte Arbeitnehmer hat bereits innerlich gekündigt. Dies zeigt deutlich wie wir heute über Arbeit denken. Die meisten Menschen verteufeln ihre Arbeit und sehen diese lediglich als Broterwerb.

Dabei liegt es auf der Hand, das Menschen welche ihre Arbeit so negativ sehen, am Abend ausgelaugt und leer sind. Dies erklärt vielleicht auch, weshalb immer neue Studien auftauchen, die bestätigen, dass die physische und psychische Verfassung der Menschen laufend verschlechtert.

Auf dieser Grundlage bauen immer mehr Erfolgskonzepte auf der Idee von Worklifebalance auf. Den Menschen wird vermehrt geraten, einen gesunden Ausgleich zwischen Work (Arbeit) und Life (Freizeit) zu finden. Dabei wird zwischen Arbeit und Freizeit getrennt. Die Idee beruht auf dem Rat, die Freizeit effektiv und sinnvoll zu nutzen und dabei sich bestmöglich vom Stress der Arbeit zu erholen. Auf den ersten Blick mag dies vernünftig erscheinen. Bei genauerer Betrachtung zeigt dies jedoch die zerstörerische Denkweise hinter diesem Konzept auf. Untersuchungen haben sogar ergeben, dass Menschen welche Arbeit und Freizeit strickt voneinander trennen, am Schluss noch mehr Stress und Erschöpfung erleben.

Arbeitszeit ist Zwang

Wer Arbeit und Freizeit in seinem Denken trennt, fördert die weit verbreitete Einstellung, der Mensch müsse arbeiten um seine Freizeit zu geniessen. Auch steckt dahinter die Vorstellung, dass sich das wahre Leben lediglich in der Freizeit abspielt. Arbeit ist dagegen nur Pflicht. Somit leben diese Menschen dann lediglich maximal 4 Stunden am Tag wirklich. Eine Freizeitstudie sagt sogar lediglich 3 Stunden und 49 Minuten. Was ist mit dem Rest des Tages? Arbeiten und schlafen.

Damit wird die Arbeit und die dabei verbrachte Zeit massiv abgewertet. Dadurch fühlen sich die Menschen als Opfer des Systems. Sie fühlen sich in der Arbeit gefangen und erschaffen somit eine Einstellung, niemand würde freiwillig arbeiten und wir seien Sklaven der Arbeit.

Dadurch haben die Menschen ihre Schaffenskraft und die schöpferischen Fähigkeiten abgegeben. Gedanken wie: “Ich habe keine Wahl, ich kann eh nichts ändern, ich muss arbeiten um….” machen sich immer mehr in unserem Denken breit. Das ist wie wenn Löwe sagt: “Mist heute muss ich schon wieder jagen”.

Gedanken sind schöpferisch

Die meiste Zeit unseres Lebens verbringen wir mit arbeiten. Wir wenden dafür mehr Zeit auf als mit unseren Liebsten oder unseren Hobbys. Mit dem Gedanken, dass Arbeit schlecht ist, uns Energie raubt und uns fertig macht, berauben wir uns einem Grossteil unserer Lebenszeit.

Diese Gedanken führen uns jedoch direkt in die Leere und Ausgelaugtheit. Dies ist der Grund warum sich die Menschen am Abend leer und ausgelaugt fühlen. Sie fühlen sich nach 9 Stunden Arbeit erschöpft und kaputt.

Die Qualität unserer Gedanken bestimmt die Qualität unseres Lebens. Negative Einstellung zur Arbeit führt zum Gefühl der Sinnlosigkeit und inneren Leere. Diese Leere versuchen wir dann in der Freizeit wieder zu füllen. Wir suchen eine Beschäftigung, welche uns hilft den nächsten Tag wieder zu überstehen. In uns macht sich der Gedanke breit, dass wir diese Freizeit brauchen um am nächsten Tag unseren Chef und Arbeitkollegen wieder zu ertragen.

Schlussendlich versuchen wir uns einfach am Abend von den negativen Erfahrungen des Tages abzulenken und “abzuschalten”. Wie intelligent ist es, den ganzen Tag in der Sinnlosigkeit zu verbringen um dann am Abend abzuschalten. Oder haben nicht die meisten Menschen bereits am Morgen bei Beginn der Arbeit abgeschaltet?

Ist dies der Sinn des Lebens? Den ganzen Tag einer Tätigkeit nachzugehen, die uns auslaugt, die keinen Sinn für uns macht und dann am Abend uns abzulenken und unsere Sinne mit Fernsehen, Computer, Shoppen, Partys und Alkohol zu betäuben?

Sie merken vielleicht jetzt schon, auf was ich hinaus will. Es liegt nicht an der Arbeit die wir verrichten, ob wir voller Energie und Zuversicht sind. Vielmehr liegt es an unserem Denken, an unserer Einstellung zur Arbeit.

Was wollen Sie wirklich?

Die Menschen haben ein natürliches Bedürfnis etwas zu bewegen. Die Menschen wollen arbeiten. Die Menschen wollen etwas tun, etwas bewegen und damit dem eigenen Leben einen Sinn geben. Auch wollen die Menschen irgendwo dazu gehören. Sie wollen Mitglied einer Gemeinschaft sein und in dieser Gemeinschaft etwas wertvolles schaffen.

Der Mensch ist keine Einzelkämpfer. Auch wenn es Menschen gibt, welche die Gemeinschaft mehr suchen als andere, so will jeder Mensch in einer Gemeinschaft eingebunden sein. Die einen mehr, die anderen weniger. Mitglied einer Gemeinschaft zu sein gibt den Menschen Befriedigung und Zufriedenheit.

Arbeitszeit ist Lebenszeit und wahrlich nicht Leidenszeit. Komischerweise möchten die Menschen die Arbeit haben, mehr Freizeit und die Menschen die keine Arbeit haben wünschen sich diese sehnlichst herbei. Sicherlich fallen Ihnen auch viele Gründe ein, warum Sie Ihre Arbeit nicht mögen. Dies kann der unfähige Vorgesetzte, die Härte der Arbeit, die Sinnlosigkeit des Tuns, die Arbeitszeiten oder die Stimmung am Arbeitsplatz sein.

Dabei vergessen die Menschen, dass die Stimmung nicht vom Chef abhängt, sondern von jedem Einzelnen selbst gemacht wird. Die Mitarbeiter und die Führungskräfte sorgen gemeinsam für die Stimmung am Arbeitsplatz. Auch ist jeder Mensch für seine persönliche Stimmung selbst verantwortlich.

Es ist niemals entscheiden welche Arbeit ein Mensch verrichtet. Entscheidend ist immer das “Wie”. Wie verrichte ich eine Arbeit und welche Einstellung habe ich zu “Arbeit”? Auch mit welcher Einstellung ein Mensch morgens zur Arbeit geht. Was denkt er über diese Arbeit, was denkt er über die Kollegen, was denkt er über die Firmenführung bestimmt sein persönliches Empfinden.

So wie innen, so im Aussen

Schlechte Stimmung am Arbeitsplatz wird oft durch die schlechte Stimmung in den Mitarbeitern erzeugt. Um so mehr die Menschen die Arbeit verurteilen und als Leidensweg betrachten, um so mehr werden sie morgens mit Wut, Angst, Unsicherheit, Unzufriedenheit und vielen anderen destruktiven Gefühlen erscheinen. Genau so wie sie sich fühlen, so handeln sie dann auch den ganzen Tag. Sie begegnen ihren Kollegen und Vorgesetzten mit Eifersucht, Neid und Missgunst. Wohin dies führt wird auch Ihnen klar sein. Dies kann nur zu einem tiefen Selbstwertegefühl führen und dieses verminderte Selbstwertgefühl führt zu noch mehr Frust, den er dann in der Freizeit versucht abzubauen.

Die Menschen sehen jedoch die Ursache für ihre schlechte Stimmung in der Stimmung am Arbeitsplatz. In Wahrheit verwechseln sie jedoch Ursache und Wirkung. Die wahre Ursache für schlechte Stimmung liegt im inneren jedes einzelnen Menschen. Die Einstellung, Glaubenssysteme und Gedanken machen den Arbeitsplatz erst zur Folterkammer. Nicht das schlechte Klima am Arbeitsplatz macht ihn unzufrieden, sondern seine Unzufriedenheit mit der Arbeit produziert die schlechte Stimmung.

Ein Manager eines grossen Autokonzerns sagte mal: “Mich wunder es, dass bei uns am Schluss noch Autos raus kommen, bei dem was in der Belegschaft los ist.”

In der Zukunft wird die schlechte Stimmung nur noch weiter zunehmen, wenn nicht jeder einzelne seine Einstellung zu Arbeit überdenkt. Wir leben im Zeitalter der Informationen. Produktion wird immer mehr ausgelagert und die Arbeitswelt befindet sich in einem massiven Umbau. So lange die Menschen die Arbeit als Leiden betrachten, können sie kein erfülltes und glückliches Leben führen.

Wir brauchen ein neues Denken in Bezug auf Arbeit. Auch wird das Konzept des sicheren Arbeitsplatzes immer mehr verwässert. Die Zukunft gehört nicht der Arbeit sondern dem Beruf. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass Beruf von Berufung kommt. Nur wer seiner Berufung folgt, wird Arbeit und Freizeit nicht mehr als getrennt sondern als Verbindung anschauen.

Arbeit und Freizeit sind eins

Glücklich und erfüllt kann der Mensch nur werden, wenn er seinem Lebensplan folgt. Ein Mensch der seinem Lebensplan folgt, kann Arbeit und Freizeit niemals trennen. Der beschäftigt sich die ganze Zeit mit seiner Berufung. Der weiss um seine Fähigkeiten und Talente und konzentriert sich auf diese, am Tag und in der Nacht. Wenn Sie Ihr Hobby zum Beruf machen, dann wissen Sie dass Sie einer Mission folgen. Wenn Sie sich an dem was Sie tun erfreuen können, wenn Sie das Gefühl dabei haben, dass Sie einen Beitrag für eine besser Welt leisten, dann werden Sie Ihre Arbeit als Segen betrachten. Dann sind Sie am Abend nicht geschafft und kaputt. Dann sind Sie am Abend vielleicht auch müde, jedoch spüren Sie dann die Müde der Zufriedenheit und Erfülltheit. Dann stehen Sie am nächsten Morgen voller Energie auf und beschäftigen sich den ganzen Tag mit einer Tätigkeit, welche Ihnen noch mehr Energie verschafft.

Worklife Balance bullshit?

Ja. Kurz und bündig. Wer zwischen Arbeit und Freizeit eine Trennlinie zieht, wird in beiden Bereichen schlussendlich leer und ausgelaugt sein. Nur wer es schafft, beide Bereiche miteinander zu verbinden und einen Sinn darin findet, der wird sein Leben anfangen zu leben. Dann gibt es keine Arbeit mehr. Dann gibt es nur noch einen Auftrag, eine Mission, einen Lebenssinn.

Am Anfang steht der Plan

Damit Sie diese Gefühl der Erfülltheit erleben können, müssen Sie den Gedanken los lassen, dass Sie ein Sklave der Umstände sind. Dann müssen Sie erkennen, dass Sie nicht das Opfer, sondern der Schöpfer der Umstände sind. Sie können bestimmen, was Sie tun und wie Sie sich fühlen.

Erkennen Sie das grosse Bild. Die meisten Menschen sehen immer nur die aktuellen Umstände und vergessen den Blick auf das grosse Bild zu werfen. Das kleine Bild sagt: “Was muss ich morgen tun, wie überlebe ich den nächsten Monat”. Das grosse Bild sagt: “Wie will ich mein Leben gestalten, Was will ich am Ende hinterlassen?”

Erstellen Sie dazu Ihren persönlichen Lebensplan. Wo soll die Reise hingehen? Was wollen Sie wirklich? Dadurch schaffen Sie Klarheit und Sie werden immer wissen ob Sie auf dem richtigen Weg sind. Sie wissen dadurch wo es für Sie lang geht und erkennen auch sehr schnell, wenn Sie im Begriff sind, sich zu verlaufen.

Am Ende des Lebens zähen sowieso nur drei Dinge:

  • Habe ich gelebt?
  • Habe ich geliebt?
  • Was habe ich zum Wohle der Gemeinschaft geschaffen?

 

von Herzen

Gerri Hagspiel

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