Wenn die Aufgaben komplexer und die Zeit knapper wird, dann müssen Führungskräfte auf funktionierende System zurück greifen können. Immer wieder stelle ich fest, dass führende Mitarbeiter von Leadership oder Führung sprechen, jedoch nicht wissen, was dies wirklich bedeutet.

Um dies zu verstehen, müssen wir zuerst klären, was den eigentlich Leadership ist. In den Managementmethoden ist in den letzten Jahren wurde immer mehr unterschieden zwischen Leadership und Management.

Unterschied Leadership und Management

Grundätzlich kann gesagt werden, dass die Manager schauen dass die Arbeit „richtig“ ausgeführt wird und die Leader schauen dass die „richtige“ Arbeit gemacht wird. Die Leader achten darauf das die Richtung stimmt, geben diese auch vor und die Manager sorgen dafür dass der Weg gegangen wird. Leider müssen wir heute feststellen, dass die Mitarbeiter die eigentlich Leader sein sollten nur 20% ihrer Arbeitszeit wirklich mit Führungsaufgaben verbringen. Die restlichen 80% sind sie in Aktivitäten gefangen, die dem Management zuzurechnen sind.

Mehr Leader oder mehr Manager?

Wir brauchen beide! Was wir jedoch dringend brauchen, ist das Verständnis für beide Aufgabenbereiche. Die Mitarbeiter müssen wissen, was deren Aufgaben sind und in welcher Position sie sich befinden. Nur so können sie ihre Kernaufgaben definieren und sich auf dass wesentliche konzentrieren.

Wenn wir jedoch die heutige Gesellschaft betrachten, ob in Politik oder Wirtschaft, müssen wir feststellen, dass wir dringend neue Leader brauchen. Wir brauchen Menschen die die Verantwortung übernehmen, Visionen entwickeln und Entscheidungen treffen können. Wir brauchen mehr Menschen die Vorausgehen und damit für die Menschen Vorbilder sind. Der Leader geht als erstes über den Rubikon und zeigt seiner Mannschaft dass es funktioniert. Somit vermittelt er Glauben, Mut und Zuversicht. Auch eine gewisse Freude und Leidenschaft für die Aufgabe.

Starke Teams können nur entstehen und langfristig funktionieren mit einer authentischen und starken Führung. Das müssen jedoch nicht zwingend grosse Charismatiker sein, sondern einfach Menschen die echt sind.

Was ist richtig Führen?

Das kann so nicht beantwortet werden. Wir kennen heute unterschiedlichste Führungsstile. Angefangen von kompletter Kontrolle bis zur kompletten Freigabe führt die Bandbreite. Welcher Führungsstil angesagt ist, hängt zum einen von der geführten Person, dem Willen und der Fähigkeit und andererseits von der Aufgabe ab. Eine Person die zuverlässig und mit grossem Können die Aufgaben erledigt, bekommt viel mehr Freiraum als eine Person welche noch in der Ausbildung steht. Zudem wird in schwierigen Zeiten meist straffer geführt wie in Zeiten wo vieles von selbst läuft.

Neurosen bei Führungspersonen

Immer wieder treffen wir bei so genannten Führungskräften, Menschen an, die sich versuchen zu profilieren. Diese Profilierungsneurosen kosten nicht nur Energie sondern schlussendlich auch sehr viel Geld. Dabei müssen wir erkennen dass Profilieren immer ein Suchen nach Anerkennung darstellt. Das beste Mittel dagegen ist dem Mitarbeiter von Unternehmerseite genügend Anerkennung und Wertschätzung zu geben.

Anerkennung wiederum bedeutet, dem Mitarbeiter auf ehrliche Art und Weise das zu geben was er braucht. Ein Lob an der richtigen Stelle, eine Karte für ein Spiel seiner Lieblingsmannschaft, ein anerkennendes Wort vor Kollegen. Oft ist die Lösung sehr einfach. Es gilt nur es auch zu tun.

Der grösste Führungsfehler

Die grösste Schwäche von Führungskräften ist wohl die Angst Fehler zu machen. Wir leben heute in eine Fehlerkultur, wo ein Fehler als pures Versagen gilt. Wir müssen wieder erkennen, dass alle grossen Dinge durch Fehler entdeckt oder entstanden sind.

Die Führungskräfte müssen wieder lernen, klare Entscheidungen zu treffen und anschliessend entschlossen zu handeln, auch wenn die Gefahr eines Fehlers besteht. Klar soll vor der Entscheidung bedacht werden, welche Konsequenzen eine Entscheidung hat. Doch würde ich mir wünschen, dass wieder mehr Mut in Führungsetagen einkehrt. Auch mehr Mut unkonventionelle Entscheidungen zu treffen. Gar nicht so einfach in der heutigen Medienwelt, wo alles gleich zerrissen wird, und genau deshalb um so wichtiger, dass es wieder Führungskräfte gibt, die den Mut haben Entscheidungen nach ihren Überzeugungen und nicht nach dem Gefallen nach Aussen zu treffen.

Mut zu Entscheidungen

Da stellt sich die Frage, ob man Mut lernen kann. Ja, mutiger zu sein, mehr Zuversicht zu haben, zu sich selbst zu stehen, das kann gelernt und vor allem trainiert werden. Dabei bildet die Grundlage für Mut das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Persönlichkeit. Die innere Überzeugung, dass ich jede Situation irgendwie meistern kann, auch wenn ich eine falsche Entscheidung getroffen habe, verleiht mir eine persönliche Sicherheit. Auch ist es hilfreich, im Unternehmen eine neue Fehlerkultur zu entwickeln, wo Fehler als Schritte zum Erfolg gesehen werden. Eine Kultur wo den Mitarbeitern der Freiraum gegeben wird, auch Fehler zu machen. Aus diesen Fehlern zu lernen und die Aufgaben in Zukunft besser zu machen. Wichtig hier auch der Austausch unter der Belegschaft. So können die Menschen innerhalb des Unternehmens voneinander lernen.

Führungskräfte sollten ….

In erster Linie sich selbst die nötige Wertschätzung entgegenbringen und bereit sein, an sich selbst zu arbeiten. Die eigene Persönlichkeit ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Führungskraft. Wir brauchen keine perfekten Führungskräfte, sondern engagierte, mutige und authentische Menschen, die bereit sind die Führung zu übernehmen.

Erst wenn sich der Mensch selber die nötige Wertschätzung zukommen lässt, kann er auch die Mitarbeiter mit der nötigen Wertschätzung behandeln. Dies ist die Grundlage von jeder Führung. Nur ein wertschätzender Umgang ermöglicht ein Klima, in dem Führung erst möglich wird.

Führungskräfte haben die Aufgabe, die Richtung vorzugeben und den Mitarbeitern die Richtung zu weisen. Erst wenn die eigene Inspiration auf die Gruppe überschlägt, ist diese Aufgabe erfüllt.

Führungskräfte sind Führer. Das bedeutet, sie führen an. Der Anführer steht jedoch immer vorne. Somit ergibt sich, dass eine Führungskraft immer eine Vorbildfunktion hat. Das ist wie beim Feuerlauf. Wenn der Trainer nicht als erster über die glühenden Kohlen läuft, sollten sie sich Gedanken über seine Vorbildfunktion machen.

Abschliessend kann ich Ihnen nur raten, dass Sie sich Ihren Werten, Motiven und Zielen bewusst werden, daraus Ihren persönlichen Weg abbilden und sich dann treu bleiben. Dadurch mutig Ihren Weg beschreiten und an Ihren Werten, Visionen und Prinzipien fest halten, bis Sie zu einer neuen Erkenntnis kommen.

Die Kunst besteht darin, die Richtung zu halten und trotzdem die Bereitschaft zu haben, die Richtung zu ändern, wenn neue Erkenntnisse diesen Richtungswechsel vorschlagen.

Die Menschen folgen Menschen, auf die sie sich verlassen können und die glaubwürdig sind. Das sind meist nicht die „Lauten“ sondern die „Stillen“, die ihren Weg klar und voller Zuversicht gehen.

Ehrlichkeit und Vertrauen ist die Basis von jeder Beziehung, ob zwischen Management und Führung oder zwischen Verkäufer und Kunde.

Wenn Sie Fragen zum Thema Führung haben, dann schicken Sie mir diese bitte an meine email Adresse gh@gerrihagspiel.com und ich werde diese gerne umgehend beantworten.

viel Spass und Erfolg beim Führen wünscht Ihnen

Gerhard Hagspiel